Kein Niqab an den Schulen

Nach einem Gerichtsurteil in Hamburg unterstützt die Humanistische Vereinigung den Vorschlag, Vollverschleierungen an öffentlichen Schulen gesetzlich zu untersagen.

Am 3. Febru­ar hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Ham­burg einer Schü­le­rin gestat­tet, im Unter­richt einen Niqab zu tra­gen. Das Gericht erklär­te, die Schü­le­rin kön­ne „für sich die vor­be­halt­los geschütz­te Glau­bens­frei­heit in Anspruch neh­men“. Ver­su­che, ihr das Tra­gen eines Niqab zu unter­sa­gen, ent­behr­ten hin­ge­gen der gesetz­li­chen Grund­la­ge.

Dazu erklär­te Micha­el Bau­er, Vor­stand der Huma­nis­ti­schen Ver­ei­ni­gung (HV): „Reli­gi­ons- und Welt­an­schau­ungs­frei­heit sind zwei­fel­los hohe Güter, die es zu schüt­zen gilt. Es ist aller­dings nicht völ­lig klar, dass das Tra­gen eines Niqab zur Aus­übung einer bestimm­ten Reli­gi­on die zwin­gen­de Vor­aus­set­zung ist. Zudem leben Schu­len unab­ding­bar auch vom kom­mu­ni­ka­ti­ven Aus­tausch – und zu einem sol­chen gehört, dass man die Mimik sei­nes Gegen­übers erken­nen kann.“ Voll­ver­schleie­run­gen wie Niqab und Bur­ka sind des­halb an öffent­li­chen Schu­len grund­sätz­lich deplat­ziert. „Der umfas­sen­de Bil­dungs­auf­trag der öffent­li­chen Schu­le über­wiegt im Gemein­in­ter­es­se gegen­über den reli­giö­sen oder Beklei­dungs­re­geln bestimm­ter Ein­zel­kul­tu­ren“, so Bau­er.

Die Huma­nis­ti­sche Ver­ei­ni­gung unter­stützt des­halb For­de­run­gen wie etwa die des Ham­bur­ger Schul­se­na­tors Ties Rabe. Er will aus ganz ähn­li­chen Grün­den Voll­ver­schleie­run­gen in Schu­len ver­bie­ten und dafür das Ham­bur­ger Schul­ge­setz ändern.

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